Kulmasa & Ghana

Kulmasa und Ghana – Unsere Partnerregion


Ghana – Westafrika im Überblick

Ghana liegt in Westafrika und grenzt an die Elfenbeinküste im Westen, Burkina Faso im Norden, Togo im Osten und den Golf von Guinea im Süden. Die Fläche ist fast so groß wie die des Vereinigten Königreichs. Hauptstadt ist Accra, die größte Stadt mit fast 6 Millionen Einwohnern.

Ghana hat rund 29 Millionen Einwohner bei einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 120 Einwohnern je km². Das Land ist reich an Bodenschätzen: Gold, Kakao und seit 2010 auch Erdöl. Ghana ist nach der Elfenbeinküste der zweitgrößte Kakaoproduzent der Welt.


Ein Land, zwei Welten

Ghana kennt keine Jahreszeiten – dafür einen Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit. Der feuchte Süden mit Regenwald unterscheidet sich grundlegend vom trockenen Norden mit Baumsavanne und Grassavanne.

Der Norden ist strukturell benachteiligt: weniger Infrastruktur, weniger Schulen, weniger Gesundheitsversorgung. Genau dort liegt Kulmasa – unsere Partnerregion.


Kulmasa – Unsere Partnerpfarrei

Die Pfarrei Kulmasa liegt im äußersten Norden Ghanas, in der Sahelzone. Sie wurde im Dezember 2015 aus den Pfarreien Tuna und Kalba herausgelöst und ist die Region, in der Pater Bernhard Hagen jahrzehntelang gearbeitet hat.

Ein Größenvergleich, der die Dimension verdeutlicht: – Pfarrei Kulmasa: ca. 2.500 km², ca. 23.500 Einwohner, knapp 10 Einwohner/km² – Stadt Hörstel: 107,5 km², ca. 21.000 Einwohner – Die Stadtfläche Hörstels passt mehr als 23-mal in die Fläche der Pfarrei Kulmasa

Zur Pfarrei gehören 25 Außenstationen – kleine Dörfer im Hinterland, die nur über Sandpisten erreichbar sind. In der Regenzeit sind manche wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten.


Die Menschen in Kulmasa

Die Region ist geprägt von verschiedenen Sprachgruppen: Dagaare, Birifor, Mossi und Wala. Subsistenzlandwirtschaft – Anbau für den eigenen Bedarf – ist die Lebensgrundlage der meisten Familien. Sie bauen Mais, Mohrenhirse, Maniok und Yamswurzeln an.

Es gibt keine Fabriken und keine Industrie. Ob die Ernte ausreicht, hängt vollständig vom Regen ab. Wenn der ausbleibt – droht Hunger. Wenn er zu heftig fällt – zerstört er die Ernte.


Bildung – der wichtigste Hebel

Analphabetismus ist weit verbreitet. Die meisten Erwachsenen in der Region können nicht lesen. Die nächste Schule ist oft 5 bis 15 Kilometer entfernt – zu weit für kleine Kinder.

Was in Kulmasa bereits entstanden ist: – Grundschule im Hauptort Kulmasa – Junior-High-School, 2018 eröffnet – mit Unterstützung der Sternsinger aus Hörstel und dem Sternsingerwerk Aachen – 18 Hilfslehrer in abgelegenen Dörfern, finanziert durch unseren Aktionskreis für 360 Euro pro Lehrer und Jahr (insgesamt 6.480 Euro/Jahr)

In vielen Außendörfern findet Unterricht noch immer unter freiem Himmel statt – unter einem Baum, ohne Schulbänke, ohne Tafeln. Unsere Hilfslehrer bringen Struktur und Hoffnung in diese Dörfer.


Wasser – das tägliche Problem

„Wasser ist Leben” – in Kulmasa ist das keine Floskel. Es gibt kein fließendes Wasser. Jeder Tropfen muss von Pumpstellen in großen Kanistern nach Hause getragen werden – oft über weite Strecken. Diese Arbeit erledigen traditionell Mädchen und Frauen.

Manchmal teilen sich Mensch und Tier dasselbe Wasserloch. Wir haben mit der Finanzierung einer Brunnenbohrung sowie dem Wasseranschluss für Kirche und Grundschule einen ersten wichtigen Schritt gesetzt.


Gesundheit – zwischen Malaria und Schlangenbissen

Die nächste Gesundheitsstation von Bedeutung liegt 40 km entfernt in Wa, das nächste Krankenhaus ca. 83 km entfernt in Bole. Für ernsthafte Erkrankungen ist der Weg weit – und oft lebensgefährlich.

Ein besonderes Problem sind Schlangenbisse. Durch die Einrichtung unseres Schlangengiftfonds kann jetzt ein Gegengift bevorratet werden. Im ersten Jahr rettete das 15 Menschen das Leben.


Klima und Naturgefahren

Der Klimawandel trifft Kulmasa bereits spürbar. Extreme Regenfälle in der Regenzeit zerstören Häuser und Ernte. Die ausgetrockneten Böden nehmen das Wasser nicht schnell genug auf – Sandpisten werden zu Flüssen, Brücken halten nicht stand. Fast jedes Jahr kommen Menschen in den Fluten ums Leben.

Traditionelle Lehmhäuser haben eine Lebensdauer von ca. 15 Jahren. In der Regenzeit sind sie besonders gefährdet.


Kirche und Gemeinschaft

Am 27. Dezember 2014 wurde die Pfarrei der Heiligen Familie in Kulmasa gegründet. Das Kirchengebäude wurde durch eine großherzige Privatspende möglich. 2020 konnte das Presbyterium – das Haus für die beiden Priester der Pfarrei – fertiggestellt werden.

Katechisten spielen eine entscheidende Rolle: Sie leben in den Dörfern, halten Andachten ab und verbinden die Christen mit den Priestern.

Impressionen aus Kulmasa und Ghana

Savanne in Nordghana
Gehoeft in der Savanne
Traditionelles Gehoeft
Markt in Ghana
Gottesdienst
Kirche in Tuna
Wasserloch
Wassertraegerin
Wasserpumpstation
Schlechte Wege
Krankenstation
Pflanzenwelt
Elefant
Affe
Termitenhuegel
Strasse in Nordghana
Zerstoertes Haus
Besuch Waisenhaus
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