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Presseinfos 2022


3.400 Euro kamen zusammen

IVZ-Bericht vom 25. Februar 2022

Glücksschein-Projekt bringt Familien in Kulmasa Glück

-ms- HÖRSTEL. Als großen Erfolg bezeichnet Ulla Jung, 2. Vorsitzende des Aktionskreises Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V., das Glücksschein-Projekt, das der Aktionskreis zu Beginn der Adventszeit ins Leben gerufen hat. Bei diesem Projekt kann man sogenannte Glücksscheine für sachbezogene Spenden erwerben (wir berichteten). Insgesamt kamen bis Weihnachten auf diese Weise 3.400 Euro zusammen.

„Der Favorit war der Bienenstock zum Preis von 50 Euro“, weiß Jung. Die Bienenstöcke erhielten bedürftige Familien in und um Kulmasa, um auf diese Weise ihr Einkommen aufzustocken und natürlich, um Honig und Honigprodukte zum Eigenverbrauch zu haben.

Wie Jung von einer Käuferin eines Glücksscheins nach Weihnachten erfuhr, machten sich Mutter und Tochter das gleiche Geschenk. Beide hatten für den jeweils anderen einen Glücksschein für einen Bienenstock gekauft, und das auch noch mit demselben Motiv. „Da machten Heiligabend alle große Augen“, so Jung. „Weil die Aktion so gut angenommen wurde, wollen wir sie weiterführen.“ Glücksscheine gibt es über die Homepage des Aktionskreises www.kulmasa-hoerstel.de und bei den Vorstandsmitgliedern.

Und sie weist auf eine neue Spendenaktion hin. Beim Spendenprojekt „Heimatpower.de“ der Kreissparkasse Steinfurt gibt es das Projekt „Schulbänke für Kulmasa“. Obwohl der Aktionskreis, unter anderem über die Spendenplattform der Kreissparkasse, schon über 120 Schulbänke für Kinder in den Buschschulen von Kulmasa im Norden Ghanas finanzieren konnte, wurde beim letzten Besuch in Kulmasa, den Ende des vergangenen Jahres Ludger Hinterding und Hermann Determeyer – beide Mitglieder des Aktionskreises – unternahmen, deutlich, dass weitere Schulbänke benötigt werden. Denn viele Schülerinnen und Schüler müssen noch immer während des Unterrichts auf dem Boden oder im Sand sitzen.

Ulla Jung zeigt ein Glücksschein
Im Namen des Vorstandes bedankt sich Ulla Jung bei allen Spenderinnen und Spendern, die die Arbeit des Aktionskreises unterstützen und damit auch direkt den Menschen in Kulmasa helfen. Sie hofft, dass die Schulbankaktion ebenso gut angenommen wird, wie das Glücksschein-Projekt. Foto: Marianne Sasse

IVZ-Bericht vom 15. Januar 2022

Verbesserung der Schulsituation in Dörfern nötig

Aktionskreis Kulmasa berichtet (2. Teil)/Dank an Unterstützer aus Hörstel

HÖRSTEL Von ihrem siebenwöchigen Aufenthalt in der Partnergemeinde Kulmasa im Norden Ghanas berichten Hermann Determeyer und Ludger Hinterding vom Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V.:

„Ein weiteres sich wiederholendes Anliegen war die Verbesserung der Schulsituation in den Buschdörfern. Teilweise liegen die Kinder auf bröckeligem Beton oder im staubigen roten Sand den ganzen Schultag auf dem Boden. Aus Hörstel sind schon über 120 Schulbänke finanziert worden, aber das reicht bei Weitem nicht – auch wenn vier statt zwei Kinder in den Bänken sitzen. Teilweise muss man befürchten, dass die Wände einstürzen, wenn man ihnen vielleicht etwas unachtsam zu nahe kommt. Arbeitsmaterialien sind rar, teilweise in dritter oder vierter Schülergeneration gebraucht. Das sind hier kaum vorstellbare Rahmenbedingungen fürs Lernen.

In vielen Schulen fehlen Lehrer und Aushilfskräfte. Das Gehalt eines Lehrers beträgt im Monat rund 45 Euro. Der Aktionskreis Kulmasa unterstützt monatlich 18 Hilfslehrer mit je 30 Euro, aber auch da wäre weitere Unterstützung sehr willkommen.

In mehreren Dörfern wurde auch die bauliche Situation von Kapellen, von denen Pater Bernhard Hagen eine Reihe errichtet hat, angesprochen. Teilweise waren die Dächer eingestürzt, insgesamt ist die Lebensdauer der Gebäude, die mit Lehm gebaut wurden, begrenzt.

Neben den Wünschen der Dorfgemeinschaften und des Partnerkomitees waren da dann auch noch Einzelschicksale. Da ist der kleine John-boy, der im vergangenen Jahr an seinem Klumpfuß operiert werden konnte und wo es jetzt Geld für die Rehabilitation braucht.

Oder der Jugendliche Joshua, der sein Gehör infolge einer Meningitis verloren hat. Ihm könnte geholfen werden, aber das Geld für ein Hörgerät fehlt.

Laetitia, eine junge Frau, möchte gerne Lehrerin werden, aber sie ist seit rund zehn Jahren erblindet. Sie hat die Blindenschrift gelernt. Zur weiteren Ausbildung müsste sie in den Süden ziehen, aber auch hier kann die Familie nicht helfen. So ließen sich noch eine Reihe weiterer Schicksale und Wünsche aufzählen.“

Hermann Determeyer und Ludger Hinterding vom Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V. zeigen sich sehr beeindruckt von der Armut, aber auch der Gastfreundlichkeit. Der Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V. schreibt in seiner Pressemitteilung weiter, dass er im Namen all der Menschen, die bisher schon direkt oder indirekt Hilfe aus Hörstel bekommen haben, herzlich für die Unterstützung dankt.

Der Verein informiert auf seiner Webseite: www.kulmasa-hoerstel.de ausführlich über seine Aktivitäten im Norden Ghanas.

Hermann Determeyer auf dem Feld
Herrmann Determeyer auf dem Feld: Die jungen Pflanzen mussten 2x täglich gewässert werden.

IVZ-Bericht vom 10. Januar 2022

Start für zwei Hilfsprojekte in Kulmasa

Hermann Determeyer und Ludger Hinterding berichten von ihren Eindrücken

Hörstel Nach sieben Wochen Aufenthalt in der Partnergemeinde Kulmasa im Norden Ghanas sind Hermann Determeyer und Ludger Hinterding vom Aktionskreis Kulmasa – Pater Hagen, Hörstel e.V. wohlbehalten vor Weihnachten nach Deutschland zurückgekehrt. Die Beiden waren die ersten aus dem Bistum Münster, die nach der langen Coronapause nach Ghana reisen konnten, teilt der Aktionskreis in einer Pressemitteilung mit. Anlass war der Start von zwei Hilfsprojekten und die Weiterentwicklung der Partnerschaft.

Frauen bei der Seifenherstellung
Nach der theoretischen Einführung in die Seifenherstellung setzen die Frauen das Gelernte in Kulmasa direkt um. Foto: privat

Einkommen mit Seife

In einem Frauenförderprojekt lernen Frauen, lokale Seife herzustellen, die dann auf regionalen Märkten verkauft werden kann. Die Nachfrage nach Seife ist im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie enorm gestiegen. Dadurch kann ein kleines Einkommen generiert werden, das die Finanzsituation der armen Familien verbessert. Des Weiteren wird durch die selbst hergestellte Seife die Hygienesituation in den Familien verbessert und damit auch Krankheiten vorgebeugt. Nach theoretischer Unterweisung ging es ans praktische Tun und die Hörsteler konnten erleben, wie die Frauen mit Eifer dabei waren, unter Anleitung Seife herzustellen. Bei dem zweiten großen Projekt geht es um den Aufbau einer ökologischen Lehr- und Lernfarm. Hier soll ausprobiert werden, wie in der achtmonatigen Trockenzeit trotz Wasserknappheit Gemüse angebaut werden kann. Bislang ist es so, dass insbesondere zum Ende der Trockenzeit die Versorgung mit Gemüse schlecht ist und das Auswirkungen auf die Gesundheit insbesondere der Kinder hat.

Die Hörsteler hatten verschiedene Gemüsesamen mitgebracht. Vor Ort wollten sie testen, wie die jungen Pflanzen mit den Klimabedingungen zurechtkommen. Immerhin war die höchste gemessene Temperatur über 57 Grad Celsius.

Bis zu 57 Grad heiß

Die Samen keimten sehr schnell innerhalb von vier bis fünf Tagen, aber Pflanzen wie Kopfsalat, Stangensellerie, Rucola und andere kamen mit der Hitze nicht zurecht und gingen ein. In großen Mengen wurden Tomaten, Kohl, Zwiebeln und Chili angepflanzt, die dort sehr begehrt sind. Die Jungpflanzen mussten täglich zweimal gegossen werden, bis sie ausreichend verwurzelt waren.

Ein Problem bei dem tonigen und lehmigen Boden war, dass dieser nach dem Gießen verschlemmte und in der Hitze schnell austrocknete und verhärtete. Nach einigem Experimentieren wurden Werkzeuge entwickelt und vom Dorfschmied gebaut, sodass der Boden ausreichend gelockert werden konnte. Ein anderes grundsätzliches Problem war, dass es praktisch keinerlei Werkzeug gab, mit dem man etwas bauen oder reparieren konnte. „Wir können uns das hier überhaupt nicht vorstellen, aber in Kulmasa werden zum Beispiel Nägel einzeln verkauft“, berichtet der Aktionskreis. In der Gesamtbilanz zum Projekt Lehrfarm kann man sagen, dass der Start gemacht ist und es jetzt darauf ankommt, dass die Verantwortlichen die Dinge weiterentwickeln.

Ein weiteres Schwerpunktthema waren Besuche in den zahlreichen Außenstationen der Pfarrei Zur Heiligen Familie. Viele Dörfer im Buschland sind nur in der Trockenzeit zu erreichen. Die Wegeverhältnisse sind größtenteils katastrophal. Mit normalen Autos hat man keine Chance, bis in die Dörfer zu kommen. Das am weitesten entfernte besuchte Dorf der Pfarrei ist 29 Kilometer von Kulmasa entfernt. Man fährt lange durch Buschland, hier und dort gibt es kleine landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Mais-, Hirse-, Soja-, oder Yamsanbau.

Jeder Tropfen zählt

Die Region ist sehr dünn besiedelt, oft sieht man stundenlang keine Menschenseele. Und plötzlich ist man in einem kleinen Dorf. Da die Besuche angekündigt waren, erwarteten die Menschen die Besucher mit Gesang und Tanz. Diese Menschen, die im Buschland von der Subsistenz-Landwirtschaft leben, (hier würde man sagen, sie leben von der Hand in den Mund) machten trotzdem einen zufriedenen Eindruck, heißt es in der Pressemitteilung. In fast allen Dörfern gleichen sich die Probleme. Immer fehlt es an Wasser. Jeder Tropfen Wasser muss von weit her in großen Schüsseln, die auf dem Kopf getragen werden, ins Haus geholt werden. Verständlich ist somit der Wunsch nach Unterstützung beim Bohren nach Wasser. Doch eine einzelne Bohrung kostet über 3000 Euro.